Hühnerstall statt Schreibtisch? Ministerin Feller erneut auf Irrwegen

Die Linke NRW

Der bildungspolitische Sprecher von Die Linke NRW, Dominik Goertz, sieht Schulministerin Feller beim Thema „Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften“ auf dem Irrweg.

Feller meinte im Interview, dass mit der Einführung einer rechtsverbindlichen Arbeitszeiterfassung auch eine umfassende Präsenzpflicht im Schulgebäude, sogar in den Ferien, verbunden sein könne. Dazu sagt Goertz:

„Anstatt die tatsächlichen Arbeitsbedingungen von Lehrkräften ernsthaft in den Blick zu nehmen, schaffe Frau Feller eine absurde Drohkulisse. Lehrkräfte leisten tagtäglich enorme Mehrarbeit, die weit über die formalen Unterrichtszeiten hinausgeht. Auch in den Ferien leisten viele Lehrkräfte mit Korrekturarbeit und Unterrichtsvorbereitung einiges.“ So Goertz. Zudem seien die Schulträger gar nicht in der Lage, für jede Lehrkraft einen vollwertig ausgestatteten Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Goertz: „Was sollen Lehrkräfte im Lehrerzimmer mit ihren Laptops wie in einem Hühnerkäfig aufeinander hocken, wenn sie zuhause einen eigenen Schreibtisch und eine ordentliche EDV-Ausstattung haben, die sie privat finanzieren? Das ist absurd!“

Rechtlich steht längst fest, dass die Arbeitszeit auch für Lehrkräfte erfasst werden muss. Das Bundesarbeitsgericht und der Europäische Gerichtshof haben entsprechende Vorgaben gemacht.  „Dass Frau Feller zur Argumentation auch noch die hochumstrittene sächsische Arbeitszeitstudie zitiert, um zu suggerieren, dass Lehrkräfte nicht überlastet seien, ist eine absolute Frechheit. Es täte der Ministerin gut, einmal mit den Lehrkräften im Land ins Gespräch zu kommen“, stellt Goertz fest.

Statt einer absurden Präsenzpflicht fordert Die Linke NRW eine transparente und gesetzeskonforme Arbeitszeiterfassung sowie Entlastung statt Belastung durch mehr Personal, insbesondere durch Assistenzkräfte für administrative Aufgaben, und eine wirksame Entlastung bei der Vor- und Nachbereitung sowie bei den Korrekturzeiten.