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Ernst See ger

Verzockt? Kämmerer spekuliert mit Franken

Leserbrief

Leserbrief zu „Verzockt? Kämmerer spekuliert mit Franken“
an DER PATRIOT

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei ein Leserbrief zum Artikel „Verzockt? Kämmerer spekuliert mit Franken“ vom 01.12.2011:

Warum musste sich die Lippstädter Stadtkasse gegen einen fallenden Kurs des Schweizer Franken absichern? Sie hat doch keine Kredite in Schweizer Franken aufgenommen oder vergeben. Die von der Stadt Lippstadt im Jahr 2009 eingegangenen „Zinstauschgeschäfte mit dem Währungskurs als wichtigsten Parameter“ sind deshalb reine Spekulationsgeschäfte der Stadtkasse, die jeglicher Grundlage entbehren.

Der Stadtkämmerer Herr Dr. Strotmeier versteckt sich hinter einem Beschluss des Stadtparlaments von 2004, der Währungsgeschäfte erlaubt und positiven Gutachten von WestLB und der Gemeindeprüfungsgesellschaft.

Doch schon 2008 gab es Urteile aus Gerichtsverfahren zwischen der Deutschen Bank und Städten wie Hagen und Ravensburg und städtischen Betrieben in Würzburg wegen mangelnder Aufklärung bei Zinstauschgeschäften mit Fremdwährungen und daraus resultierenden Millionenverlusten für die Kommunen. Bereits 1997 warnten die Bundesbank und der Bundesrechnungshof den Herrn Waigel vor Zinstauschgeschäften. Im Internet kann man das heute noch nachlesen.

War Herr Dr. Strotmeier im Jahr 2009 bei kommunalen Finanzfragen nicht auf der Höhe der Zeit?

In 2009 war Herr Dr. Strotmeier der 1. Stellvertretende Vorsitzende des „Fachverbandes der Kämmerer in NRW e.V“ und in deren "VerbandsMagazin", Ausgabe Juni 2009 erscheint ein Gespräch mit dem Bund der Steuerzahler zu "Zinssteuerung ja, zu hohe Risiken nein!", in dem vor den großen Risiken von Zinstauschgeschäften (Swap) in Fremdwährung gewarnt wird (siehe http://www.kaemmerer-nrw.de/Material/FVK+BdSt_Swaps+Gesprch.pdf).

Der Stadtkämmerer Herr Dr. Strotmeier hat also in 2009 ganz bewusst Spekulationsgeschäfte mit hohen Risiken für die Stadt Lippstadt abgeschlossen und hofft, damit die Geldprobleme der Stadt in 2012 und 2014 zu lindern. Mit dem individuellem Glücksspiel der Stadtkämmerer gegen die Banken wird dies nicht gelingen. Es wird die Schuldenlast der Kommunen weiter erhöhen und die Gewinne der Banken weiter steigen lassen. Bund und Länder müssen die Kommunen mit ausreichenden Finanzmitteln versorgen, damit die Kommunen ohne weitere Aufnahme von Schulden ihre Aufgaben erfüllen können.

Ernst See ger,
Lippstadt