Lippstadt: Demo gegen Gewalt an Frauen
Überparteiliche Kundgebung am Montag 30.03. auf dem Rathausplatz Lippstadt
Gewalt gegen Frauen ist kein Randproblem, sondern ein strukturelles Thema in der Gesellschaft!
Rede von Monika Steltemeier (Die Linke):
"Ich spreche heute als Frau – aber auch als Stimme für viele, die vielleicht nicht gehört werden, die Angst haben oder die gelernt haben zu schweigen.
Ich bin Monika Steltemeier.
Ich bin Mitglied des Gleichstellungsbeirates hier in Lippstadt.
Gewalt gegen Frauen ist kein seltenes Ereignis. Sie ist Teil unserer Realität. Sie passiert nicht nur irgendwo weit weg, sondern hier – in unseren Städten, in unseren Nachbarschaften, in unseren Familien.
Als Frau aufzuwachsen bedeutet für viele von uns, früh zu lernen, vorsichtig zu sein. Wir wägen Worte ab, vermeiden Konflikte, passen uns an – nicht, weil wir es wollen, sondern weil wir es müssen.
Doch die größte Gefahr kommt nicht von Fremden. Sie kommt oft von Menschen, denen wir vertrauen. Partner, Bekannte, sogar Familienmitglieder. Gewalt hat viele Gesichter: Sie ist nicht nur körperlich. Sie zeigt sich in Kontrolle, in Demütigung, in Abwertung, in dem Gefühl, klein gemacht zu werden. Sie beginnt leise – und wird viel zu oft übersehen.
Und genau das ist das Problem: Wir schauen zu oft weg. Wir hören nicht genau hin. Wir zweifeln an den Betroffenen, statt an den Tätern. Wir fragen: „Warum geht sie nicht?“ statt zu fragen: „Warum tut er das?“
Ich sage: Es darf kein „Normal“ geben, in dem Frauen Angst haben. Es darf keine Ausreden geben für Gewalt – egal in welcher Form. Und es darf kein Schweigen geben, wenn Unrecht geschieht.
(Laut:)
Wir stehen auf gegen Gewalt!
Wir stehen auf gegen das Schweigen!
Wir wollen ernst genommen werden!
Wir wollen Konsequenzen!
KEINE GEWALT GEGEN UNS FRAUEN!
Wir müssen lernen, hinzusehen, zuzuhören und einzugreifen. Wir müssen Frauen stärken, ihnen glauben und ihnen den Raum geben, ihre Geschichten zu erzählen – ohne Angst, verurteilt zu werden.
Ich wünsche mir eine Welt, in der ein „Nein“ genügt. Eine Welt, in der Respekt selbstverständlich ist. Eine Welt, in der Frauen nicht ständig kämpfen müssen, um sicher zu sein, sondern einfach leben dürfen.
Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass diese Welt kein Wunsch bleibt, sondern Realität wird. Denn jede Stimme zählt. Und gemeinsam sind wir nicht mehr zu überhören.
Übergriffe, Femizide und Gewalt an Frauen müssen weg! Von Gewalt bedrohte und betroffene Frauen brauchen Schutz, Hilfe und eine Wohnung!
Alte patriarchale Rollenbilder und Gesellschaftsmodelle müssen weiter zurückgedrängt werden. Frauen müssen gestärkt werden und unabhängig von Männern sein.
Ich setze mich für ein selbstbestimmtes, solidarisches Leben ein, in dem Erwerbsarbeit, Familienarbeit, gesellschaftliches und politisches Engagement für Männer und Frauen miteinander vereinbar werden.
Ich will ein gutes Leben für alle.
Alle sollen leben und lieben können wie sie wollen.
OHNE GEWALT!
Danke."
Dateien
- Die_Linke_Antrag_Gleichstellungsbeirat_2026_Wohnmoeglichkeiten.pdf
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