21. November 2008 DIE LINKE. Basisgruppe Warstein

Auf die Seite der betroffenen Bürger stellen

Leserbrief zum Artikel  im Anzeiger „Kann nicht beschließen Steinabbau einzustellen“ von Gerd Flaig am 21.11.08

Herr Flaig wirft hier der Warsteiner LINKEN Populismus vor und stellt dar, es gebe vom Warsteiner Stadtrat keine Einflussmöglichkeiten auf die Steinindustrie.

Wenn man es als Populismus bezeichnet, das wir für die Rechte und Anliegen der Warsteiner Bürger kämpfen wollen, dann Herr Flaig nennen sie es meinetwegen so. So wie sie es darstellen, dürfen wir Warsteiner bei der Steinindustrie nur als Bittsteller auftreten. Frei nach dem Motto „Wenn es meinem Chef gut geht, geht es mir auch gut“. Das sehen wir allerdings wirklich anders.
Wir wollen hier nicht Bitte, Bitte machen, nein wir fordern konkret: Der Steinabbau, muss beendet werden und das natürlich sozialverträglich für die Beschäftigten. Allerdings nicht sozialverträglich für die Steinindustrie, nein die soll für den jahrzehntelangen Raubbau mit der Natur zahlen.

Der Warsteiner Rat hat keine Entscheidungsmöglichkeit? Selbst, wenn das richtig wäre, so könnte er sich doch klar und lautstark auf die Seite der betroffenen Bürger stellen, also gegen die Steinindustrie Position beziehen. Das eben wollen CDU und SPD ja nicht. Was ja auch nicht verwunderlich ist, lässt deren Führung, soweit vorhanden, doch die gegenteilige Richtung erwarten. Aber da sind doch noch mehr Mitglieder im Rat. Die halten dahingehend auch den Mund, weil sie müde geworden sind zu streiten? Diese Situation ist eine einmalige Gelegenheit für die Industrie, die diese ja auch nutzt.

Wir verstehen ja, dass verschiedene Leute uns am liebsten gar nicht hören würden, und selber natürlich keine klaren Standpunkte beziehen wollen. Die können natürlich nicht sagen: Wir wollen den Stein zu unserem Privatreichtum  ausbeuten. Oder: Wenn schon kein Stein, dann wollen wir das Wasser zu unserem Reichtum verkaufen. Aber das Gegenteil fehlender klarer Aussagen zu Populismus zu erklären, hieße ja, wir sollten genauso den Mund halten. Wir bezweifeln, dass die Bürger das richtig fänden, hieße es doch, dass weiterhin niemand deren Sorgen und Wünsche formuliert.

Wenn man in den letzten Wochen mal intensiv Zeitung gelesen hat, erkennt man doch, was Volkes Wille ist, die große Mehrheit der Leserbriefschreiber, ist gegen den weiteren Steinabbau.
Nur aus Reihen der ehemaligen Volksparteien CDU und SPD kommen die Befürworter der Steinindustrie, das ist natürlich nicht sonderlich erstaunlich, wenn man einen Steinbruchbesitzer zum Vorsitzenden hat.

Es ist ja nett das sie uns großen Zuspruch zuordnen, was ob der Probleme natürlich stimmt, aber diese Leute so darzustellen, als würden sie nicht verstehen was hier in Warstein passiert, ist denen gegenüber absolut unverschämt.
Sie sprechen die letzten 60 Jahre an, ja da tragen wir allerdings wirklich keine Schuld daran, das haben die Politik und der Rat mit ihrer Unterwürfigkeit gegenüber der Steinindustrie geschafft.

Manfred Weretecki
Vorsitzender DIE LINKE. Kreis Soest

Hans-Otto Spanke
Mitglied des Sprecherrates
DIE LINKE. Basisgruppe Warstein