Presseerklärung 21.09.2008
DIE LINKE. Ortsverband Soest
Bürgermeister soll Behinderte nicht wie Doofe behandeln
Das Fällen der Bäume am Hansaplatz hatte für einigen Wirbel in der Bevölkerung gesorgt. Schließlich verteidigte sich die Stadtverwaltung damit, dass man zuvor mit der Behindertenarbeitsgemeinschaft im Kreis Soest (BAKS) über das Blindenleitsystem gesprochen habe und so das Fällen der Bäume begründet wurde. Tatsächlich aber hatte die BAKS ein Fällen der Bäume gar nicht für notwendig gehalten. Frau Piepenbreier (BAKS) hatte sogar betont, dass die Bäume erhalten werden sollten, und dass das Blindenleitsystem um die Bäume herum geführt werden solle. Trotzdem verteidigt Bürgermeister Ruthemeier im Soester Anzeiger vom 20.9. das Fällen der Bäume: "Es sei wenig sinnvoll bei einer Neubaumaßnahme ein Blindenleitsystem im Zickzack um Bäume herumzuführen."
Für DIE LINKE. Soest ist dieser Fall wieder ein Beispiel dafür, wie Stadtverwaltung und Bürgermeister eigenmächtig gegen die Interessen von Anwohnern und Betroffenen hinweg entscheiden. "Wie kann ein nichtbehinderter Mensch sich anmaßen, die Wegführung eines Blindenleitsystems zu bestimmen, wenn schon die BAKS selbst der Ansicht ist, die Bäume könnten erhalten werden", so Dirk Wilkens-Hagenkötter, selbst hochgradig sehbehindert. "Das ist doch genau die Arroganz, mit der viele Menschen immer wieder Entscheidungen für Behinderte treffen wollen, weil sie unterstellen, diese seien dazu nicht in der Lage. Blinde und Sehbehinderte sind nicht doof. Sie können um Bäume herumgehen und sie erfreuen sich sogar daran, wenn irgendwo Bäume stehen."
Für DIE LINKE scheint es fast so, als wenn das Handeln von CDU-Bürgermeister Ruthemeyer darin bestünde, häufig das Gegenteil von dem zu machen, für das sich die betroffenen Bürger aussprechen.