DIE LINKE. Ortsverband Warstein
19.01.2011
Leserbrief zu den lebensgefährlichen Sprengungen der Fa. Brühne!
Was letzte Woche im Steinbruch Morgensonne passierte, war leider wieder ein Beweis wie wichtig es ist, diese Steinindustrie endlich zu stoppen. Jetzt bedrohen sie nicht nur unser Wasser, sondern auch noch unser Leben! Bei solchen Ereignissen muss man noch mit Schrecken an unser Frühstück am Piusberg zurück denken. Da, wo wir friedlich unseren Kaffee getrunken hatten, hätte auch ein Steinregen niedergehen können! Denn wir saßen nur wenige Meter von der Steinbruchkante entfernt! Gesprengt wurde damals trotz der gegenteiligen Aufforderung des Steinbruchmitarbeiters an seinen Sprengmeister. So geht die Firma Brühne mit Menschen um!
Auch dieses Mal wurden sofort Steine weggeräumt, mutmaßliche Beweise beseitigt. Es bleibt dringend anzumerken, dass die billigende Inkaufnahme, dazu warme sinnlose Worte, und der Wille zum Manipulieren und Vertuschen anscheinend systematisch und dauerhaft in dieser Industrie auftreten. Wir können der Steinindustrie nicht trauen.
Was uns dabei neben der Menschengefährdung am meisten erschüttert hat, ist die Reaktion von Erwin Koch, Fraktionsvorsitzender der SPD im Warsteiner Stadtrat. Da erzählt er doch auf dem Neujahrsempfang des Warsteiner SPD Stadtverbandes im Haus Welschenbeck, wir Warsteiner müssten akzeptieren, das wir noch Jahrzehnte mit der Steinindustrie leben müssten! Es gebe schließlich gültige Verträge! Alle anderen kommen langsam auf den Trichter, den Steinabbau zu beenden, und begreifen auch, dass das sehr wohl politisch möglich ist, nachdem es erstmal klar gesagt wurde. Nur die SPD nicht?
Das die Steinindustrie diese Verträge eklatant verletzt, dadurch, dass sie das Grundwasser immer wieder freilegt, oder dass sie durch Fehlsprengungen Menschenleben gefährdet, interessiert Herrn Koch scheinbar überhaupt nicht? Da hätte man glauben können, nach der Weitergabe der geheimen Unterlagen durch Kochs Vorgänger Klaus Peter Weber an die Steinindustrie, hätte die SPD dazu gelernt. Nein, Koch macht im gleichen Stil weiter. Langsam muss man sich doch fragen, was zumindest Teile der SPD zu solchem Steinlobbyismus bringt?
Wir unterstützen, neben Anderen, eine Anzeige und die Forderung nach einer sofortigen Kündigung der Verträge mit der Fa. Brühne wegen wiederholtem Vertragsbruch.
Wir, DIE LINKE Warstein, fordern die Bevölkerung auf, jetzt lautstark eine sozialverträgliche Beendigung des Steinabbaus zu verlangen, sowie den Bürgermeister, hier dringend tätig zu werden und diese Forderungen umzusetzen!
Für DIE LINKE Warstein
Manfred Weretecki
Hans-Otto Spanke