DIE LINKE. Kreis Soest
Presseerklärung 02.09.2010
Gesundheit ist keine Ware!
MdB Kathrin Vogler war in Werl und Wickede
Am 01.09.2010 war die stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses MdB Kathrin Vogler (DIE LINKE) in Werl mit ihrem Infomobil vor Ort (Foto). Der anschließende Vortrag der Abgeordneten Volger im Bürgerhaus Wickede stand unter der Überschrift „Gesundheit ist keine Ware.“ Kathrin Vogler berichtete, dass Prinzipienbrüche wie die Aufhebung der paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung mit zu ihrem Austritt aus der SPD beigetragen habe.
„Die Pläne von Schwarz-Gelb führen die Entsolidarisiierung und die Abwälzung der Kostenbelastungen einseitig auf Versicherte und Kranke fort, “ kritisierte Vogler. „Beitragserhöhungen, Leistungskürzungen und Zusatzbeiträge sind der falsche Weg. DIE LINKE tritt ein für eine solidarische BürgerInnenversicherung, die paritätisch aus allen Einkommensarten wie Lohn, Mieten etc. finanziert wird. Die Praxisgebühr und alle Zuzahlungen werden abgeschafft! Aber auch im gegenwärtigen System wäre die Wiederherstellung der paritätischen Finanzierung und Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze bis zur Versicherungspflichtgrenze schon ein Fortschritt.“
„Versorgungssicherheit und Gesundheit sind das wichtigste, “ so Kathrin Vogler. „Und nicht, dass Krankenkassen um junge und gesunde Versicherte konkurrieren.“ Es ist sozial ungerecht, dass je mehr man verdient, man einen immer geringeren Teil seines Einkommens real für Gesundheit ausgeben muss. Armut macht krank. Die Reichsten in Deutschland haben eine 10 Jahre längere Lebenserwartung als die Ärmsten. Man soll Armut nicht an schlechter Zahnersatzversorgung und Sehhilfen erkennen.
Die Regelungen für chronisch Kranke sind unzureichend und werden mit den Zusatzbeiträgen noch bürokratischer. Es ist zu befürchten, dass viele chronisch Kranke Menschen über die Belastungsgrenzen zuviel gezahlte Zuzahlungen nicht zurückfordern werden.
In der Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern wurde von diesen die Einflussnahme der Pharmaindustrie auf die Politik und Ärzte, die Fließband-Behandlung in den Arztpraxen, die Übermedikamentierung von alten und pflegebedürftigen Menschen, dass man seine Ausbildung zum Rettungshelfer selber bezahlen muss und vieles weitere kritisiert. Große Unzufriedenheit mit der herrschenden Gesundheitspolitik kam zum Ausdruck. Es wurde vorgeschlagen, dass man fehlende Ärzte im ländlichen Raum in öffentlichen Gemeinschaftpraxen anstellen sollte.
Siehe auch:
http://www.kathrin-vogler.de/
http://die-linke.de/politik/themen/gesundheitskampagne/